15. September 2017
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„Eine Ehre, für Niedersachsen zu starten“

KGS-Schülerin Milena Dankert und Lehrer Klaus Hebenbrock vorm „Jugend trainiert für Olympia“-Finale im Sportgespräch

 

Schneverdingen. Mit ihren Siegen auf Bezirks- und Landesebene hat sich die Schülerinnen-mannschaft der Jahrgänge 2000 bis 2003 der KGS Schneverdingen für den Leichtathletik-Bundesentscheid von „Jugend trainiert für Olympia“ qualifziert. Am Sonntag reist das Team nach Berlin, um am Dienstag den Wettkampf zu bestreiten. Im „Sportgespräch“ erklären die vom Team als Sprecherin gewählte Milena Dankert und der verantwortliche Sportlehrer Klaus Hebenbrock die Ziele für diesen besonderen Wettbewerb.

Die Leichtathletik-Mädchen-mannschaft der KGS hatte sich auch 2015 schon für das Bundesfinale qualifiziert. Was ist das Erfolgsrezept für „Jugend trainiert für Olympia“?

Hebenbrock: Ich denke, der Erfolg kommt durch die regelmäßige Teilnahme. Die KGS ist kontinuierlich dabei, schon seit dem letzten Jahrhundert (lacht). 1979 und 1987 waren die Fußballer im Finale, 1986 die Leichtathleten. Es gibt immer wieder mal goldene Jahrgänge. Dafür muss alles zusammenkommen: Talent ist die Voraussetzung, dazu die Bereitschaft , dreimal in der Woche in der Freizeit zu trainieren. Ich bin sehr zufrieden mit dem Team. Bis auf zwei waren alle schon 2015 dabei.

Viele Sportvereine klagen darüber, dass die Jugendlichen bis nachmittags in der Ganztagsschule sind. Wie machen Sie das?

Dankert: Es ist stressig, aber machbar, wenn man sich die Zeit nimmt. Wenn ich um halb vier aus der Schule komme, bin ich ab fünf beim Training. Das ist es uns wert. Mehr als die Hälfte aus unserem KGS-Team ist auch im TV Jahn. Nachdem wir vier Tage in Berlin sind, werden wir Klausuren nachschreiben müssen.

Ist die Zusammenarbeit von KGS und TV Jahn auch ein Mosaikstein für den Erfolg?

Hebenbrock: Wir greifen auf die Angebote der Vereine zurück, nicht nur vom TV Jahn. Beim Schwimmen etwa arbeiten wir auch mit Delphin Schneverdingen zusammen. Ich bin ja Leichtathletik-Abteilungsleiter beim TV Jahn und Fachbereichsleiter Sport an der KGS, aber kein Experte für jede Sportart. Zudem erhalten wir materielle Unterstützung, der TV Jahn stellt etwa seine Busse zur Verfügung. Und beim Turnen sind wir mit dem TV Jahn Ausrichter des „Jugend trainiert für Olympia“-Landesfinales. Ich bin für jede Hilfe dankbar, in Berlin bin ich jedoch zusammen mit Sportlehrerin Ines Janz verantwortlich für die Gruppe, nur wir können im Stadion im Innenraum helfen.

Dankert: Wir haben wohl einen kleinen Fanstab auf der Tribüne dabei, unser Leichtathletiktrainer Hans-Peter Weseloh zum Beispiel hat sich zumindest für die Zeit des Wettkampfes schon freigenommen.

Ist es ein Vorteil, dass viele der Mannscha schon vor zwei Jahren im „Jugend trainiert für Olympia“-Finale waren?

Dankert: Das kann sein, aber ich denke, es wird wieder eine ganz neue Erfahrung. Auf jeden Fall freuen wir uns, das noch einmal zu erleben. Für die Sportlerinnen aus dem Jahrgang 2000 ist es ja die letzte Chance.

Sie treten für die KGS, aber auch für Niedersachsen an. Haben Sie das Gefühl, eine Institution besonders zu vertreten?

Dankert: Bei anderen Meisterschaften trete ich für den Verein und für mich an. Es ist ein komplett anderes Gefühl, für die Schule und das Land anzutreten. Für Niedersachsen zu starten, ist eine besondere Ehre.

Was ist das sportliche Ziel für das Bundesfinale?

Hebenbrock: Vor zwei Jahren waren wir Zwölfter unter den 16 Vertretern der 16 Bundesländer. Natürlich wollen wir uns verbessern und möglichst weit vorne landen, Ziel sind die ersten Zehn. Die besten fünf Plätze werden wohl die Sportgymnasien unter sich ausmachen. Deren Schüler trainieren nicht dreimal die Wo- che, sondern täglich. Beim Landesentscheid in Braunschweig hat alles gepasst, mit 31 Punkten Vorsprung sind wir dort knapp Erster geworden. Wir haben auch eine gute Auswahl, aber es wird schwer, in Berlin zu bestehen. Es wird entsprechend spannend, es sollte beim Weitsprung keine übertreten oder bei der Staffel den Stab fallen lassen. Aber auf die Mädchen kann ich mich verlassen.

Der Wettbewerb ist erst am Dienstag, gibt es da vorher noch Zeit, nervös zu werden? Oder war der Druck in Braunschweig größer, wo Sie Erster werden mussten, um Ihr Ziel zu erreichen?

Dankert: Vor allem ist die Freude groß, dabei zu sein. Klar, wir sind auch ehrgeizig. Wir bereiten uns in Berlin noch mit einer Trainingseinheit und mental auf den Wettkampf vor. Die Verletzungen sind auskuriert. Einige haben noch kleine Probleme, aber größtenteils sind wir fit.

Wie kann man das Verhältnis zwischen den Sportlerinnen beschreiben, halten Sie zusammen oder gibt es auch mal Rivalität?

Dankert: Konkurrenz gibt es auf keinen Fall. Wir freuen uns füreinander und unterstützen uns. Es ist ja ein Team. Es ist ein freundschaftliches Verhältnis.

Ein Team kann maximal aus zwölf Schülerinnen bestehen, warum sind es für die KGS nur elf?

Hebenbrock: Es müssen ja alle etwas zu tun haben. Einige starten in drei Disziplinen, andere in zweien. Für mich ist es wie ein Puzzle, die Disziplinen möglichst gut zu besetzen. Rena Kruse ist zum Beispiel eine sehr gute Sprinterin, sie startet aber nicht über 100 Meter, um beim Speerwurf dabei zu sein. Wenn ich den Mädchen erkläre, wie ich sie einteile, dann verstehen sie das.

 

Interview: Holger Heitmann

Quelle: Böhme-Zeitung vom 14. September 2017

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