18. August 2016
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Nachdem uns unsere Austauschpartner aus Gardanne und Simiane (Collège Gabriel Péri in Gardanne und Collège François Mitterand in Simiane) schon vor den Herbstferien besucht hatten und wir mit ihnen die KGS und den Ort erkundet sowie Ausflüge ins Auswandererhaus nach Bremerhaven und nach Hamburg unternommen haben – beides leider bei nicht so gutem, aber für unsere Region typischem Wetter – stand endlich der Rückbesuch an.

Nach einer langen, aber angenehmen Anreise (per Bus bis Hannover, danach mit ICE und TGV bis Aix-en-Provence) empfingen uns unsere Austauschpartner mit ihren Eltern am Bahnhof. Da es schon relativ spät war, fuhren alle gleich nach Hause, wo für einige Hungrige trotz der späten Stunde noch eine warme Mahlzeit wartete.

Am anderen Morgen gab es in den Partnerschulen zunächst einen kleinen Empfang durch die Schulleitung mit Saft und Kleingebäck. In Simiane war sogar die Bürgermeisterin zur Begrüßung gekommen. Danach besuchten wir dann in kleineren Gruppen den Unterricht in verschiedenen Fächern und Klassen. Zu unserer Überraschung steht in Gardanne auch Yoga auf dem Stundenplan. Da mittwochs in Frankreich kein Nachmittagsunterricht stattfindet, konnten wir mit unseren Freunden und Partnern bei schönem Wetter eine Menge unternehmen.

Am Donnerstag fuhren wir gemeinsam mit den Franzosen nach Arles, wo wir die Arena besichtigten und in einem Museum einen Eindruck von der Bedeutung Arles zur Römerzeit und späteren Jahrhunderten vermittelt bekamen. Danach fuhren wir zu einer „Manade“ – einem Betrieb, an dem Stiere und Pferde für den Stierkampf gezüchtet werden. Der Besitzer dieses Betriebs erläuterte uns das Prinzip des Stierkampfs in der Camargue, d.h. die Stiere werden nicht verletzt oder getötet, sondern messen sich in einem Geschicklichkeitswettkampf mit dem Menschen. Dies wird als Sport gesehen und es gibt 5 verschiedene Ligen, wie z.B. in Ballsportarten. Wir durften zusehen, wie ein junger Stier, der zum ersten Mal eine Arena betrat, auf seine Tauglichkeit für den Stierkampf geprüft wurde. Nach einer Rundfahrt mit einem kleinen Zug durch und einem Spaziergang über das Gelände des Betriebs ging es wieder zurück nach Gardanne bzw. Simiane.

Den Freitag verbrachten wir Deutschen in Begleitung unserer und zweier französischer Lehrer ohne unsere Partner in Marseille. Nach einem Erkundungsspiel im Stadtzentrum und einem Picknick in der Nähe des alten Hafens bestiegen wir ein Schiff, das uns zum ehemaligen Gefängnis „Château d’If“ brachte, das sich auf einer Marseille vorgelagerten Insel befindet. Dort spielt ein Teil des Romans „Der Graf von Monte Christo“ von Alexandre Dumas. Leider ging die Zeit an diesem interessanten Ort viel zu schnell vorbei. Nach der Rückfahrt mit dem Schiff blieb uns nur noch wenig Freizeit, bevor es mit dem Zug wieder zurück zu unseren Gastfamilien ging.

Auch das Wochenende verwöhnte uns mit sommerlichen Temperaturen und viel Sonnenschein, so dass viele von uns sich am Meer wieder trafen und zum Teil auch ein erfrischendes Bad nahmen.

Unser letzter Tag führte uns noch einmal gemeinsam mit unseren „Corres“ in eine größere Stadt, nach Aix-en-Provence. Umfragen zufolge ist es die Stadt, in der die meisten Franzosen am liebsten leben würden. Der Vormittag teilte sich auf in eine Erkundung des Zentrums – die Aufgaben und die Wegbeschreibung waren teils auf Französisch, teils auf Deutsch formuliert – und in „Shoppingzeit“. Danach fuhren wir zum Fuß des Hausbergs von Aix – des „Montagne Sainte Victoire“. Dort picknickten wir im Schatten von Bäumen an einem kleinen Bachlauf. Danach folgte eine zweistündige, recht anstrengende Wanderung, bei der einige unter den Folgen ihres zu ausgiebigen Sonnenbades am Wochenende litten. Anschließend ging es wieder zurück, so dass wir uns vor der Abschlussfeier  noch frisch machen und umziehen konnten. Daran nahmen auch die Eltern unserer Partner teil. Wir haben uns dort bei unseren Partnern, Gasteltern, Schulleitern und den am Programm beteiligten Lehrkräften für die herzliche Aufnahme und das abwechslungsreiche und interessante Programm bedankt. Anschließend hieß es Koffer packen.

Viele waren traurig, dass der Aufenthalt schon zu Ende ging. Manch einer hatte gehofft, dass die Bahnstreiks, von denen wir auch während der Woche bei Fahrten mit dem Regionalzug betroffen gewesen waren, uns zu einer Verlängerung des Aufenthalts verhelfen würden. Aber auf die Bahn war Verlass und so traten wir am nächsten Morgen pünktlich die Heimreise an, die ohne Komplikationen verlief, so dass wir gegen 21 Uhr wieder bei uns zu Hause in Schneverdingen eintrafen.

Einigen hat es so gut in Südfrankreich gefallen, dass sie wohl schon bald wieder ihre Koffer packen werden, um dort einen Teil ihrer Ferien zu verbringen. Für andere mag es später eine Möglichkeit geben, noch einmal in diese Gegend zu fahren. In diesem Sinne heißt es hoffentlich für uns alle:

Au revoir, Provence! On espère te revoir bientôt!

 

Autor: Fachbereich Fremdsprachen / Fach Französisch

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