23. Juni 2020
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Vorbereitung per Videokonferenz statt auf dem Sportplatz

 Wettkampfstimmung, Team- und Kampfgeist, Aufregung und Anstrengung, Ehrgeiz und Zusammenhalt. So oder so ähnlich wäre die Stimmung beim 6. Heide Iron Triathlon spürbar gewesen. Leider musste in diesem Jahr jedoch der Heide Iron Triathlon abgesagt werden. Wie zahlreiche andere Sportveranstaltungen ebenfalls, konnte auch der Heide Iron Triathlon in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Der Heide Iron Triathlon ist eine Veranstaltung der KGS Schneverdingen, an der sowohl Schüler als auch Lehrer teilnehmen können. Er setzt sich aus 300m Schwimmen, 3km Inlineskaten und 3km Laufen zusammen, die es entweder als Einzelstarter oder als Team zu bewältigen gilt. Innerhalb des Teams können die Disziplinen aufgeteilt werden, sodass jeder das Team mit seiner Stärke voranbringt.

In diesem Semester wurde für die Schüler des 12. Jahrgangs sogar ein Sportkurs angeboten, der sich unter der Leitung von Eva Bartl ausschließlich dem Triathlon widmete. Dieser Sportkurs hatte das Ziel, die Teilnehmer intensiv auf den Triathlon vorzubereiten, um das Erlernte beim Triathlon schließlich anwenden zu können. In dem Sportkurs sollte die Technik des Kraulens, Inlineskatens und Laufens optimiert werden.

Der Sportkurs begann im Schwimmbad. In dieser Einheit wurde das Kraulens durch verschiedene Übungen erlernt. In einem Referat wurde auf die Fehler, die das Kraulen birgt, eingegangen und Übungen und Techniken vorgestellt, die das Aufkommen dieser Fehler verhindern. Auch zum Inlineskaten und Laufen waren Referate geplant, um die jeweiligen Inhalte den Mitschülern näherzubringen. Allerdings kam es dann aufgrund der Corona-Maßnahmen zur Schulschließung. Das bedeutete für den Sportkurs, dass er nicht mehr stattfinden konnte und eine gemeinsame Vorbereitung, wie sie geplant war, nicht möglich war. Um sich trotzdem auf den Triathlon vorzubereiten, musste eine Lösung her.

Die Teilnehmer des Sportkurses führten von nun an ein Bewegungstagebuch über ihre Aktivitäten, in dem sie genau festhielten, was sie wann und wie lang gemacht haben. Das Bewegungstagebuch war eine große Motivation, Sport zu treiben und für den Triathlon weiter zu trainieren. Der Sportunterricht fand nun nicht mehr wie üblich in der Turnhalle, im Schwimmbad oder auf dem Sportplatz statt, sondern als Videokonferenz bei sich zu Hause. So konnten die Referate trotz der Entfernung gehalten werden und das Wissen direkt in dem eigenen Training integriert werden. Bezogen auf das Thema Laufen ging es um die biologischen Vorgänge im Körper und was es bedeutet, ökonomisch zu laufen. Die Referate rund um das Thema Inlineskaten wurden als Videos gestaltet. Es wurden Spiele auf Inlinern vorgestellt, um für die Inliner ein sichereres Gefühl zu bekommen und die Koordination zu fördern. Außerdem wurde thematisiert, wie man beim Inlinern bevorzugt hinfallen sollte, um sich nicht zu verletzen, wie man richtig bremst und beim Fahren richtig gleitet. Neben den Themen, die sich direkt auf die Disziplinen beziehen, ging es auch um den geschichtlichen Hintergrund des Triathlons sowie um das Doping im Triathlon. Zudem wurden Trainingspläne besprochen und auf das funktionelle Krafttraining speziell für Triathleten eingegangen. Ein Triathlon setzt sich aus drei Disziplinen zusammen, allerdings kann das Wechseln von einer Disziplin zur anderen durchaus als „vierte Disziplin“ angesehen werden, da der Zeitaufwand dabei nicht zu unterschätzen ist. In einem Referat wurde daher erklärt, dass es sinnvoll ist, die Kleidung für die nächste Disziplin so vorzubereiten, dass ein schnelles Umziehen ermöglichtwird.

Die Hoffnung, dass der Triathlon trotz der gegenwärtigen Situation stattfinden kann, war groß. Dementsprechend groß war auch die Enttäuschung, als feststand, dass der Triathlon ausfallen muss. Der Triathlon war nämlich das Ziel des Sportkurses, auf welches die ganze Zeit über hingearbeitet wurde und das einen auch dazu motiviert hat, immer weiter zu trainieren und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Trotzdem war es eine positive Erfahrung, auf einen ganz bestimmten Tag und ein Ziel hinzuarbeiten, da das Training mit einem klaren Ziel leichter fällt und dieses Ziel eine so große Motivation darstellen kann. Auch wenn der Triathlon jetzt ausfallen muss, freuen wir uns schon auf den nächsten.

 

Autorin: Cäcilia Köhler

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