Latein in der Oberstufe

In der Oberstufe gibt es grundsätzlich zwei Arten von Lateinkursen:

  1. 1.die Schülerinnen und Schüler hatten bereits in der Sekundarstufe I Latein und führen Latein fort, um das Latinum oder das Große Latinum zu erwerben, oder

  2. 2.die Schülerinnen und Schüler hatten in der Sekundarstufe I vorher entweder Französisch oder Spanisch oder gar keine zweite Fremdsprache (Realschule) und beginnen neu mit Latein, um an der Schule das Kleine Latinum oder das Latinum zu erwerben.

Im ersten Fall haben die Schülerinnen und Schüler bereits in Klasse 9 die Lehrbuchphase abgeschlossen und schon erste Lektüreerfahrung mit Originalautoren gesammelt (Legamus 1). Die Arbeit mit dem lateinisch-deutschen Wörterbuch „Stowasser“ ist ihnen vertraut. Daneben benutzen viele Schülerinnen und Schüler den „Thesaurus Latinus“ als Grundwortschatz. In Klasse 10 lernen sie Caesars „De bello Gallico“ sowie Ovids „Metamorphosen“ kennen. Daneben können die Briefe von Plinius dem Jüngeren oder die Benimmregeln des Joachim Camerarius eine Rolle spielen.

Wer das Große Latinum erwerben oder gar eine mündliche oder schriftliche Abiturprüfung ablegen will, weil er oder sie zum Beispiel den sprachlichen Schwerpunkt gewählt hat oder mit Latein besser zurecht kommt als mit Englisch, begegnet Cicero, Vergil, Tacitus, Sallust, Livius und Seneca neben den alten Bekannten Ovid und Plinius. Für die vier Semester der Oberstufe werden landesweit thematische Schwerpunkte vorgegeben, die diese Autoren als Basisautoren haben (weiter unten sind die Themen und Autoren des kommenden Abiturs 2018 im Fach Latein zu sehen).

Im zweiten Fall belegen die Schülerinnen und Schüler in Klasse 11 und den beiden folgenden Jahren bis zum Abitur Latein im Kurssystem. Die Neuanfänger absolvieren in Klasse 11 und im ersten Semester der Oberstufe einen Intensivkurs zum Spracherwerb. Die Schülerinnen und Schüler haben ja bereits mindestens eine Fremdsprache in ihrer Schullaufbahn erlernt und können daher auf ein wenig Erfahrung zurückgreifen. Die Anforderungen sind im Vergleich zu denjenigen, die ab Klasse 6 Latein lernen, etwas reduziert. In den letzten drei Semestern lernen die Schülerinnen und Schüler zwei römische Originalautoren kennen und erarbeiten sich inhaltliche Themen anhand einer Auswahl aus deren Werk. Wer in den letzten beiden Semestern ausreichende Leistungen vorweisen kann, bekommt das Kleine Latinum. Für das Latinum muss Latein als viertes schriftliches Prüfungsfach belegt und die Prüfung bestanden worden sein. Die Klausur ist auf die Besonderheiten der Neuanfänger abgestimmt.