DELF (Diplôme d’Études en langue française)

 

 

  1. Warum DELF?

 

In Zeiten der Globalisierung gewinnt der Fremdsprachenerwerb zunehmend an Bedeutung. Die Europäische Union hat klare Ziele für die Mehrsprachigkeit formuliert, wonach alle EU-Bürgerinnen und -Bürger neben ihrer Muttersprache mindestens zwei weitere Sprachen sprechen sollen. Dabei steht nicht nur die Verständigung der Menschen untereinander und somit das Zusammenleben in einem multikulturellen Europa im Fokus.

Auch in Hinblick auf berufliche Chancen und Perspektiven stellt der Erwerb weiterer Sprachen einen großen Vorteil dar.

Mit DELF, einem international anerkannten Zertifikat für Französisch als Fremdsprache, erhalten unsere Schülerinnen und Schüler einen offiziellen Nachweis über ihre Französischkenntnisse. Diesen können sie sowohl bei der Immatrikulation an einer Hochschule als auch bei der Bewerbung um einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz vorlegen.

Die Sprachdiplome werden vom französischen Bildungsministerium ausgestellt und umfassen insgesamt sechsunterschiedliche Sprachniveaus, die sich nach den Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen des Europarats(GeR) richten.

Im sogenannten GeR wird für jede Kompetenzstufe genau beschrieben, welche Fertigkeiten ein/e Fremdsprachenlerner/in beherrschen muss.

Die dort beschriebenen Kompetenzen lassen sich in drei Level differenzieren:

 

A: Elementare Sprachanwendung

A1: Anfänger

A2: Grundlegende Kenntnisse

 

B: Selbstständige Sprachanwendung

B1: Fortgeschrittene Sprachverendung

B2: Selbstständige Sprachverwendung

 

C: Kompetente Sprachverwendung

C1: Fachkundige Sprachkenntnisse

C2: Annähernd muttersprachliche Kenntnisse

 

Das Niveau A2 wird beispielsweise wie folgt beschrieben:

 

Kann Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (z. B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung). Kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht. Kann mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen beschreiben“ (GeR: www.europaeischer-referenzrahmen.de/).

 

  1. DELF scolaire

 

Für den schulischen Kontext bietet das französische Bildungsministerium das sogenannte DELF scolairean. Diese DELF-Prüfungen richten sich an Schülerinnen und Schüler, die Französisch als Fremdsprache in der Schule erlernen und keine französischen Staatsbürger sind.

Im Rahmen des DELF scolaireist es möglich, die Niveaustufen A1 bis B2 zu absolvieren. Da es sich um vollkommen unabhängige Bereiche handelt, die nicht aufeinander aufbauen, ist es möglich, mit einer höheren Niveaustufe wie z.B. B1 zu starten, selbst wenn die Stufen A1 und A2 vorher nicht absolviert wurden.

 

  1. Prüfungsaufbau

 

Jede DELF-Prüfung umfasst einen schriftlichen sowie einen mündlichen Teil.

Die schriftliche Prüfung beinhaltet die Teilkompetenzen Hören, Lesen und Schreiben.

Im mündlichen Teil wird die Teilkompetenz Sprechenüberprüft, wobei hier im ersten Prüfungsteil das dialogische und im zweiten Prüfungsteil das monologische (zusammenhängende) Sprechen im Fokus stehen.

In der Regel handelt es sich bei den DELF-Prüfern um frankophone Muttersprachler.

Der Prüfungsaufbau sowie Themen und Inhalte richten sich nach der jeweiligen Niveaustufe. Mit zunehmender Stufe steigen auch die Anforderungen.

 

Die DELF-Prüfung gilt als bestanden, wenn in jedem Prüfungsteil mindestens 5 und insgesamt mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden.

 

  1. Anmeldung zur Prüfung

 

Schülerinnen und Schüler, die sich für die DELF-Prüfung interessieren, erhalten von ihrer Französischlehrkraft alle grundlegenden Informationen zu Terminen, Anmeldung und Vorbereitungsmöglichkeiten. Beide Prüfungen (schriftlich & mündlich) finden an zwei unterschiedlichen Tagen in der VHS Rotenburg statt.

In der Regel werden im Schuljahr zwei Prüfungszeiträume angeboten. Der erste Prüfungszeitraum liegt im Winter (Januar-Februar), der zweite im Frühjahr/Sommer (Mai-Juni).

Der Termin für die schriftliche Prüfung steht meist frühzeitig fest, der Termin für die mündliche Prüfung hingegen wird zu einem späteren Zeitpunkt (spätestens vier Wochen vor der Prüfung) mitgeteilt. Bis dahin liegt den Lehrkräften lediglich ein Zeitraum vor, in dem alle mündlichen Prüfungen stattfinden werden.

 

Die Anmeldung erfolgt über die Französischlehrkraft. Diese benötigt zunächst eine elterliche Erlaubnis, um den/die Schüler/in überhaupt zur DELF-Prüfung anmelden zu können. Gemeinsam mit der Anmeldung sind auch die Prüfungsgebühren bei der jeweiligen Lehrkraft zu entrichten.

Diese sind je nach Niveaustufe wie folgt gestaffelt:

 

A1: 36 Euro

A2: 54 Euro

B1: 60 Euro            

B2: 84 Euro

 

Die Anreise zur VHS Rotenburg wird eigenständig von den Prüflingen bzw. ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten organisiert.

 

  1. Prüfungsvorbereitung

 

Die Prüfungsformate der DELF-Prüfungen ähneln lediglich in Ansätzen den Aufgaben, die die Schülerinnen und Schüler aus ihren Französischklassenarbeiten kennen. Daher ist es ratsam, die DELF-Aufgabenformate vorab kennenzulernen und sich so gezielt auf die Prüfung vorzubereiten.

Die Schülerinnen und Schüler kennen somit den Aufbau der einzelnen Prüfungsteile und können sicher und gestärkt in die Prüfungen gehen.

Bei Bedarf kann entsprechendes Übungsmaterial zur privaten Anschaffung durch die Französischlehrkraft empfohlen werden.

 

  1. DELF? Ja! Nur welches Niveau?

 

Wenn Schülerinnen und Schüler sich unsicher sind, für welches Sprachniveau sie sich anmelden sollen, ist es empfehlenswert, mit der jeweiligen Französischlehrkraft Rücksprache zu halten.

Vielleicht schreckt es den einen oder anderen zunächst ab, in so vielen Teilkompetenzen überprüft zu werden oder gar die mündliche Prüfung mit einem „waschechten“ Franzosen bewältigen zu müssen.

In jedem Fall sei jedoch darauf hingewiesen, dass es insbesondere beim mündlichen Teil um das kommunikative Handeln, also die Kommunikation in der Fremdsprache geht. Das bedeutet eben nicht, dass der Prüfer mit einem Blatt Papier vor einem sitzt und jeden Fehler notiert und allein auf dieser Grundlage ein Urteil über die kommunikativen Kompetenzen fällt.

Erfahrungsgemäß sind die französischen Kollegen wohlwollend und sehr daran interessiert, unseren Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass sie (sehr wohl) in der Lage sind, in der französischen Sprache zu kommunizieren.

 

Autor: Fachschaft Französisch (MUR)