Im Rahmen des schuleigenen Arbeitsplans hat die KGS für die nächsten Jahre u.a. folgende Themen priorisiert: Öffnung nach Europa, Inklusion und Digitalisierung.

 

ÖFFNUNG NACH EUROPA 

 

Ein geeintes Europa, das Frieden, Freiheit, Demokratie und Gleichheit verkörpert, ist für viele in unserer Gesellschaft einfach selbstverständlich. Doch dass unser Alltag statt durch diese europäischen Werte auch durch Krieg, Tyrannei, Unterdrückung und Ungerechtigkeit geprägt sein könnte, wird dabei häufig vergessen.

Deshalb möchten wir die Bedeutung des heutigen Europas in seiner historischen Entwicklung und auch die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge in einer globalisierten Welt an der KGS mehr in den Vordergrund rücken und Schülerinnen, Schüler, das Schulpersonal und auch die Elternschaft für die europäische Bürgerschaft sensibilisieren und so unseren europäischen Fußabdruck aktiv gestalten und verbessern.

Damit dies gelingt, muss die KGS mehr als bisher in einen Austausch mit Schulen und Lehrkräften im europäischen Ausland treten. Die unterschiedlichen Schulsysteme, erfolgreiche Lehr- und Lernmethoden, deren Umsetzung im Unterricht, der Umgang mit kultureller Vielfalt und inklusive Beschulung sowie neue Technologien im Schulalltag sollen im Fokus dieser länderübergreifenden Arbeit stehen. Die KGS Schneverdingen möchte mehr über die Geschichte Europas lernen und zudem effektive Möglichkeiten kennen lernen, wie das gewonnene Wissen möglichst vielfältig an alle am Schulleben Beteiligten weitergegeben werden kann. Die Reflexion über eine europäische Identität soll dabei im Fokus stehen und die Vermittlung dieser Identität auf alle Schulzweige der KGS anwendbar sein.

 

 DIGITALISIERUNG

 

In Anbetracht der Tatsache, dass Deutschland im Bereich der Digitalisierung im europäischen Vergleich ein wenig abgeschlagen scheint, ist die KGS auf der Such nach Modellen und Ideen, wie eine fundierte Medien- und informatorische Bildung auf dem pädagogisch und fachwissenschaftlich aktuellsten Stand bestmöglich umzusetzen ist. Organisatorisch gut durchführbare Unterrichtsformen und auch technisch realisierbare Unterrichtsräume werden für das medienbasierte Lernen benötigt. Der inhaltliche, methodische und organisatorische Kompetenzzuwachs ist nötig, um das schulinterne Medienkonzept auszubauen und nachhaltig zu festigen, sodass das Schulpersonal und die Schülerschaft der KGS Schneverdingen zukünftig die neueste Informations- und Kommunikationstechnik effektiv nutzen können.

 

 

 

INKLUSION

 

Der Blick in das europäische Ausland zeigt, dass viele Länder gerade im Bereich der Inklusion bereits deutlich weiter sind als Deutschland. Der Blick über unseren eigenen Tellerrand soll uns die Möglichkeit geben, Ideen und auch Materialien für die Frage zusammenzustellen, wie guter und gelingender inklusiver Unterricht aussehen kann, damit das individualisierte, differenzierte und kooperative Lernen an der KGS weiterentwickelt werden kann.

In diesem Zusammenhang ist auch zu nennen, dass die Heterogenität der Schülerschaft an der KGS im Allgemeinen zunimmt und das Lehrpersonal dadurch vor neue Aufgaben gestellt wird: Durch die Migrationsbewegung der vergangenen Jahre ist die Zahl der nicht deutschen Muttersprachler, die häufig ohne Deutschkenntnisse an unsere Schule kommen, deutlich gestiegen. Diese Schülerinnen und Schüler mit ihren unterschiedlichen Sprachniveaus auch außerhalb des Sprachunterrichts zu fördern und zu fordern, ist eine unserer Herausforderungen. Auch das selbstständige Lernen muss in diesem Kontext mehr in den Fokus gerückt werden, denn eine steigende Heterogenität im Klassenzimmer erfordert ein Umdenken in der Unterrichtsdurchführung. Unser Lehrpersonal möchte die an der KGS Schneverdingen vorhandene sprachliche und kulturelle Diversität als Chance für den Unterricht nutzen und mit Konflikten, die aufgrund von unterschiedlichen kulturellen Identitäten entstehen können, souverän umgehen.

 

 

 ERASMUS+

 

Mit Erasmus+ haben wir nun die Chance, uns in diesen drei Themenfeldern weiterzubilden.

Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Im Rahmen dieses Programms können Projekte auf verschiedenen Ebenen im Schulbereich durchgeführt werden. Unterschieden wird hierbei in Key Action 1-Projekte, die nur das Lehrpersonal betreffen, und Key Action 2-Projekte, die auf die Schülerschaft zugeschnitten sind.

Anfang Februar 2019 hat die KGS Schneverdingen erstmalig einen Antrag gestellt, um Fördergelder im Rahmen von Erasmus+ für Fortbildungen für Lehrkräfte (KA1) im europäischen Ausland zu erhalten. Im Zentrum des eingereichten Projekts „Unser europäischer Fußabdruck“ stehen eben genau die drei priorisierten Themen des schuleigenen Arbeitsplans der KGS: Öffnung nach Europa, Digitalisierung und Inklusion.

Key Action 1: Projektbeschreibung

Als die größte allgemeinbildende Schule im Landkreis Heidekreis und eine der größten in Niedersachsen, hat sich die Kooperative Gesamtschule Schneverdingen zum Ziel gesetzt, ihren Horizont über die regionalen Grenzen und auch die Landesgrenze hinweg zu erweitern. Diese Vertiefung des europäischen Fußabdrucks der KGS soll in zwei Richtungen erfolgen: Zum einen soll dem Personal der Schule durch dieses Projekt die Möglichkeit gegeben werden, sich auf den Weg nach Europa zu machen, sich bei unterschiedlichen Veranstaltungen in verschiedensten europäischen Ländern weiterzuentwickeln und dort Ideen für die Umsetzung an der KGS zu sammeln. Zum anderen soll Europa durch dieses Projekt auch einen Fuß in die KGS setzen, sei es in Form von überzeugenden Lehr- und Lernmethoden, als neuer thematischer Leitfaden im schuleigenen Curriculum oder in Form neuer europäischer Partnerschaften, die sich im Laufe des Projektes entwickelt haben und sich so auf den Schulalltag der KGS auswirken.

 

Unsere Schule möchte es insgesamt 15 KollegInnen aus allen drei Schulzweigen der KGS, mit den unterschiedlichsten Fächerkombinationen, im Rahmen des vorliegenden Projektes ermöglichen, über den eigenen Tellerrand hinweg zu schauen und so andere Schulsysteme, Länder und Kulturen kennen zu lernen. Zusätzlich zu der persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung, der Verbesserung der sprachlichen und digitalen Fertigkeiten und der Förderung der interkulturellen und integrativen Kompetenzen soll „Unser europäischer Fußabdruck“ auch als Motivator dienen, weitere europäische Projekte, z.B. im KA2-Bereich, durchzuführen. Neben der Öffnung nach Europa stehen die Digitalisierung und die inklusive Beschulung im Zentrum dieses Projektes. Alle drei Schwerpunkte sind für alle am Schulleben beteiligten Gruppen an der KGS von immenser Bedeutung, da die Heterogenität der Schülerschaft stetig wächst und die individuelle Lernförderung und -forderung dadurch immer mehr in den Mittelpunkt rückt, die Wichtigkeit der IKT-Kenntnisse in der heutigen schnelllebigen, digitalisierten Welt nicht mehr von der Hand zu weisen sind und in politisch aufregenden und unsteten Zeiten die Bedeutsamkeit eines geeinten starken Europas – mit seinen Werten Frieden, Freiheit, Demokratie und Gleichheit – immer mehr zunimmt.

 

In strukturierten Fortbildungsmaßnahmen sollen die TeilnehmerInnen ihr Bewusstsein und ihre Kenntnisse in diesen Bereichen erweitern. Der Einsatz von digitalen Medien im Unterricht soll in den Niederlanden, Belgien und Österreich thematisiert und beobachtet werden. Skandinavien und Italien sollen uns als Vorbild bei der inklusiven Beschulung dienen, da sie im Umgang mit heterogenen Lernergruppen und individueller Lernunterstützung im europäischen Vergleich führend sind. Der europäische Gedanke soll bei internationalen Kursen in Griechenland, Schweden und Italien vermittelt und erlebt werden, sodass Europa mit nach Schneverdingen gebracht werden kann. Bei Hospitationen imenglischsprachigen Ausland soll in den dortigen Schulalltag eingetaucht werden,um effektive Praxisbeispiele im Bereich IKT und inklusiver Beschulung zu erleben und den europäischen Austausch unter KollegInnen zu fördern und ein kooperatives Netzwerk aufzubauen.

 

Da alle drei Projektschwerpunkte gemeinsame Schnittflächen haben und somit auch voneinander profitieren können, verleihen sie dem europäischen Fußabdruck der KGS gemeinsam mehr Profil. Dieses Profil der Kooperativen Gesamtschule Schneverdingen ist es dann auch, das durch das Projekt „Unser europäischer Fußabdruck“ langfristig – möglichst in allen Schulzweigen, allen Jahrgangsstufen und Fachbereichen – um Europa erweitert und vertieft wird und somit die KGS für Europa öffnet. Die KGS – mit ihrem Schulpersonal, der Schüler- und Elternschaft – soll die Möglichkeiten, die Europa für sie bereit hält, erkennen, wertschätzen und nutzen.

 

Weitere Informationen zu Erasmus+: www.kmk-pad.org

DIE PERSPEKTIVE

 

Mittelfristig sollen auch die Schülerinnen und Schüler der KGS Schneverdingen die Möglichkeit haben, in Erasmus+ (KA2) eingebunden zu werden. Entsprechende Vorüber-legungen laufen und sind Gegenstand unseres Planungsprozesses.

 

Autor: SCA / Schulleitung